Schockierend und traurig...

Lisa Hess | Dienstag, 23. Dezember 2014
Titel: Engel haben keinen Hunger
Autor: Brigitte Biermann
Verlag: Verlagsgruppe Beltz
Erschienen am 31. Juli 2013
272 Seiten
7,95 € [D]
ISBN: 978-3-4077-5530-8

Klappentext: Gestützt auf Katrins Tagebücher und Gespräche mit Eltern und Freundinnen, erzählt Brigitte Biermann vom verzweifelten Kampf gegen die unheimliche Krankheit, den Katrin und ihre Familie, Ärzte, Psychologen und Therapeuten schließlich verloren haben. Katrin L. ist 15 Jahre alt, sportlich, kreativ, gescheit und allseits beliebt. Von der Zukunft hat sie klare Vorstellungen: Sie möchte Model werden. Doch Katrin fühlt sich dafür zu dick. Was zunächst mit einer harmlosen Diät beginnt, entwickelt sich bald zu einer gefährlichen Sucht, aus der es keinen Ausweg gibt.

Cover: Das Cover ist schlicht, aber sehr hübsch. Das Mädchen geht auf den Betrachter zu, noch ein paar Schritte und es wäre nicht mehr zu sehen. Vielleicht soll das Katrin sein, die nicht nur aus dem Bild, sondern auch aus dem Leben geht.

Meine Meinung: Ich habe dieses Buch eigentlich nur gelesen, weil ich bald einen Vortrag zum Thema "Schönheitswahn" in der Schule halte. Ich dachte, es wäre eher eine langweilige Schullektüre. Doch dann fesselte mich "Engel haben keinen Hunger" mit jedem Satz mehr. Anfangs ist Katrin ein ganz normales Mädchen. Sie ist beliebt, hat viele Freunde, wird von ihrer Familie geliebt und unterstützt. Ihr Traum: Model werden. Dafür will sie abnehmen. Katrin beginnt eine Diät, treibt immer mehr Sport. Doch was harmlos beginnt, wird zu ihrem Todesurteil.
Brigitte Biermann sprach mit Katrins Familie, ihren (ehemaligen) Freunden, Ärzten und Therapeuten und las ihr Tagebuch, um ihre Geschichte aufzuschreiben. Das war der Wunsch von Katrins Eltern, die ihrer Tochter ein Denkmal setzen und einen Beitrag zur Vorbeugung von Magersucht leisten wollten.
Aus der Sichtweise verschiedener Personen erzählt die Autorin von Katrins Leben. Sie zeigt, wie Katrin und auch ihr Umfeld leiden, macht die immer größer werdende Verzweiflung der ganzen Familie deutlich.
Besonders wichtig sind die Auszüge aus Katrins Tagebuch. Sie selber konnte darin schließlich das Auf und Ab ihrer Gefühle am besten beschreiben. Oft schrieb sie berührende Gedichte, die immer wieder im Buch zu finden sind.
Das Buch hat mich sehr schockiert und nachdenklich gemacht. Anfangs konnte ich Katrin (und Magersüchtige allgemein) nicht wirklich verstehen, doch beim Lesen andere sich das. Oft kamen mir fast die Tränen, weil der Schmerz und die Verzweiflung förmlich aus dem Buch herauskamen. Leider ist mir trotzdem nicht ganz klar, was genau der Auslöser der Krankheit war, aber vielleicht geht es genau darum: Oft kommen bei Magersucht viele Gründe zusammen.
Ich glaube, falls jemand in meinem Umfeld magersüchtig werden sollte (was ich nicht hoffe!), bin ich durch dieses Buch besser vorbereitet.

Fazit: Am Anfang habe ich geschrieben, dass ich das Buch für eine langweilige Schullektüre gehalten habe. Jetzt kann ich sagen: "Engel haben keinen Hunger" ist nicht langweilig-aber es wäre schön, wenn dieses Buch in der Schule gelesen werden würde, da es sich zur Vorbeugung helfen könnte.
Kurz: Wenn ihr eine berührend-aufrüttelnde Geschichte mit Tiefgang wollt, ist dieses Buch genau das richtige.



(Text-, Cover- und Zitatrechte: Verlagsgruppe Beltz)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen