Donnerstag, 13. August 2015

Mit rotem Koffer ans Ende der Welt

Titel: Am Ende der Welt traf ich Noah
Autor: Irmgard Kramer
Verlag: Loewe
Erschienen am 27. Juli 2015
352 Seiten
17, 95 € [D]
ISBN: 978-3-7855-8127-8

Klappentext: Ein fremder roter Koffer zieht Marlene wie magisch an und ehe sie wirklich weiß, was sie tut, hat sie sich schon als dessen Besitzerin ausgegeben und ist in ein neues Leben abgetaucht. Als Irina Pawlowa verbringt sie ihren Sommer fernab der Zivilisation in einer alten Villa zusammen mit einer Nonne, einem Gärtner und einem Koch. Und Noah. Noah ist faszinierend, blind und in der Villa gefangen, denn irgendetwas außerhalb ihrer schützenden Mauern macht ihn schwer krank. Doch er möchte frei sein, und als Marlene sich in ihn verliebt, willigt sie ein, mit ihm zu fliehen. Was daraufhin passiert, konnte jedoch niemand vorhersehen.

Cover: Man sieht Marlene, wie sie mit dem roten Koffer auf der Straße steht. Das Bild ist unscharf, was mich bei jedem anderen Buch wahrscheinlich aufgeregt hätte, aber hier passt es, da Marlene nicht weiß, was sie am Ende der Reise erwartet.

Meine Meinung: "Am Ende der Welt traf ich Noah" landete sofort auf meiner Wunschliste, als ich es zum ersten Mal sah. Als es dann eine Leserunde auf LovelyBooks dazu gab und ich dann auch noch ein Exemplar gewonnen hatte, war ich überglücklich. Noch glücklicher war ich allerdings, als ich das Buch beendet hatte: es war einfach genial!
Der Schreibstil war flüssig und durch die vielen Beschreibungen konnte ich mir die Villa und die Umgebung sehr gut vorstellen.
Marlene ist ein starkes, mutiges Mädchen. Sie macht Fehler, kann sich diese aber auch eingestehen und versucht, so gut wie möglich mit der Situation in der Villa umzugehen. Ihre Beziehung zu Noah ist unglaublich süß und durch ihn versteht sie langsam, aber sicher, was in der Villa Morris vor sich geht. Wer aber das Ende des Buches kennt, merkt, dass sie auch auf eine Art sehr stark ist. Was ich damit meine, müsst ihr selbst herausfinden...
Auch Noah ist ein faszinierender Charakter. Er war noch nie außerhalb der Villa, weil irgendwas dort draußen ihn krank macht. Aber er möchte frei sein und saugt alles, was er über das Leben außerhalb der Villa erfährt, begierig auf. Als er Marlene trifft, weiß er, dass er mit ihr fliehen will, aber das gestaltet sich mehr als schwierig...
Die Ideen rund um Noah und die Villa sind neu und interessant, aber das Ende stellt die gesamte Geschichte auf den Kopf. Nach dem Lesen war ich erstmal geschockt und überrascht und hatte gefühlte tausend Fragen im Kopf, aber wahrscheinlich ist es genau das, was "Am Ende der Welt traf ich Noah" so genial macht.

Fazit: Hätte man ca. die letzten 30 Seiten das Buches weggelassen, wäre es ein spannendes Jugendbuch mit einer interessanten Geschichte gewesen. Mit dem Ende aber ist "Am Ende der Welt traf ich Noah" ein absolut genialer Roman mit einer Wendung, die ich niemals erwartet hätte.
5 von 5 Sternen!


(Text-, Cover- und Zitatrechte: Loewe)

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