Montag, 1. Februar 2016

Einsneunzig zwischen Schneeflocken

Titel: Schneeriese
Autor: Susan Kreller
Verlag: Carlsen
Erschienen am 26. September 2014
208 Seiten
14, 90 € [D]
ISBN: 978-3-551-58318-5

Klappentext: Seit er denken kann, lebt der 14-jährige Adrian neben Stella Maraun, die fast nicht lispelt und die beste Freundin ist, die er je hatte. Es kümmert sie nicht, dass Adrian wächst und wächst – 2,07 m soll er werden! –, und sie nennt ihn liebevoll Einsneunzig, obwohl auch das schon nicht mehr stimmt.
Doch als Datos Familie in das leerstehende Dreitotenhaus nebenan einzieht, entspinnt sich zwischen Stella und Dato eine zarte Liebesgeschichte. Adrian muss den ersten furchtbaren Liebeskummer überleben – und vielleicht trotzdem schaffen, Stellas Freund zu bleiben.

Cover: Also ehrlich gesagt finde ich das Cover nicht wirklich schön. Der Hintergrund könnte vielleicht Schnee darstellen, aber Füße mit Socken? Kein besonders hübsches Motiv. Und was diese Steine/Muscheln (?) damit zu tun haben, weiß ich auch nicht.

Meine Meinung: Ich bin auf "Schneeriese" aufmerksam geworden, als es im Jahr 2015 den Jugendliteraturpreis gewonnen hatte. Seitdem wollte ich es unbedingt haben und jetzt habe ich es endlich geschafft, es mir zu kaufen.
Im Gegensatz zum Cover hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Allerdings muss man dazu sagen, dass ich mit einem Adrian befreundet bin und das Lesen dementsprechend etwas schwierig war. ;-)
Susan Krellers Schreibstil ist wirklich wunderschön und nahezu poetisch, man möchte ständig Sätze unterstreichen, weil die ganze Geschichte voller Weisheiten steckt. Die Dialoge haben keine Anführungszeichen, sondern sind ganz normal in den Text eingebaut und deshalb manchmal nicht direkt zu erkennen. Ich hatte aber keine Probleme damit.
Adrian ist ein sehr glaubwürdiger Protagonist. Kein Held, keiner, dem alle Mädchen zu Füßen liegen, sondern einfach ein ganz normaler Junge, der ein bisschen zu groß geraten ist. Ich konnte in jeder Szene mit ihm mitfühlen und mitleiden, ab und zu hatte ich sogar Tränen in den Augen.
Stella dagegen fand ich ein bisschen nervig, aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache, denn auch sie ist großartig ausgearbeitet und hat ihren ganz eigenen Charakter,
Es gibt aber noch eine weitere Figur, die ich sehr süß fand: Misses Elderly. Ich möchte euch nicht zu viel verraten, deshalb müsst ihr leider selbst herausfinden, wer sie ist, aber glaubt mir - ihr werdet sie mögen. :-)
"Schneeriese" ist kein Buch mit viel Action und Spannung. Stattdessen geht es das Thema Liebeskummer von einer ganz anderen Seite an und schenkt dem Leser ein Wechselbad der Gefühle.

"Und Adrian dachte, ja, tatsächlich, da gäbe es zwei oder zehn Kleinigkeiten, die dringend mal für mich zu tun wären. Du könntest mich fragen, ob ich dein Gesicht zeichnen will, ich selber frag ja nicht, du könntest mich anrufen jeden Tag, du könntest vor meiner Zimmertür stehen und Los, Beeilung! rufen, du könntest mit mir und der Misses auf der Schaukel sitzen und gar nichts tun, du könntest laut sagen, Dato, was für ein bescheuerter Name aber auch, wie kann einer bloß Dato heißen, du könntest mich einfach mal ansehen, du könntest mich Einsneunzig nennen, du könntest sagen, tut mir leid, dass ich dich aus Versehen vergessen hab, das kommt nie wieder vor in den nächsten fünf Wochen." (Schneeriese, S. 53)

Fazit: "Schneeriese" ist ein sehr berührendes und beinahe poetisches Buch über wahre Liebe und Liebeskummer voller wunderschöner Zitate und Weisheiten fürs Leben.
5 von 5 Sternen!


(Text-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen)

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