[Mental Health Week] Wie haben psychische Erkrankungen dein Leben beeinflusst (positiv und negativ)?

Träumen von Büchern | Dienstag, 3. Mai 2016
Hallo meine Lieben!
Wie gefällt euch die Mental Health Week bis jetzt? :-) Heute kommen wir zu einem sehr persönlichen Thema: meine Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen und wie sie mein Leben verändert haben.



Ich weiß gar nicht so richtig, wie ich anfangen soll. Über dieses Thema habe ich noch nie so öffentlich gesprochen/geschrieben, aber ich werde es trotzdem versuchen.

Letzten Herbst bin ich zum ersten Mal zum Psychologen gegangen, weil es mir ziemlich schlecht ging und ich nicht wollte, dass es so weitergeht. Nach zahlreichen Gesprächen, Fragebögen und Untersuchungen habe ich dann im Januar meine Diagnose bekommen: Depression und soziale Angststörung.

Eigentlich war mir das aber schon länger klar. Ich hatte schon mein ganzes Leben lang Angst vor allen möglichen Situationen. Ich denke ständig, dass andere Menschen über mich lachen könnten oder dass ich etwas falsch mache, ich kann kaum ohne Angst aus dem Haus gehen und schon gar nicht mit anderen Menschen sprechen.

Ab der siebten Klasse kam dann die Depression dazu. Es war echt nicht schön. Ich habe mich selbst so sehr gehasst, ich habe mich regelmäßig selbst verletzt und dachte ständig daran, mich umzubringen.

Doch irgendwann wollte ich das nicht mehr. Ich wollte ein normales Leben führen und auch keinem anderen mehr mit meinem Selbsthass zur Last fallen. Also ging ich zum Arzt und seitdem bin ich auf dem Weg der Besserung.

Man könnte jetzt meinen, dass das alles nur schlecht für mich war und ich könnte die Welt verfluchen, weil ich damit leben muss, aber irgendwie hat es mir auch geholfen. Ich kann andere Menschen viel besser verstehen und merke dadurch eher, wenn mit jemandem etwas nicht stimmt, ich bin erwachsener geworden und habe mich selbst besser kennengelernt. Ohne die Depression hätte ich Kristen's Videos niemals entdeckt und damit auch die ganze Angel Army nicht kennengelernt. Und das wichtigste: Ich weiß jetzt genau, was ich brauche und wer meine wahren Freunde sind. (Danke an euch ♥ Ihr wisst schon, wer gemeint ist)

Insgesamt kann man also sagen, dass es zwar eine schwere Zeit war, aus der ich mich nun gerade befreie, andererseits war es aber auch ein Geschenk, das mich zu einem besseren Menschen gemacht hat.

Ganz liebe Grüße
Lisa

Kommentare:

  1. Hallo meine liebe Lisa!
    Das hast du sehr schön geschrieben und ich finde es mutig von dir, dass du dich das auch getraut hast! Ich wollte eigentlich auch bei der Aktion teilnehmen, aber ich habe mich doch nicht getraut darüber öffentlich zu schreiben. Ich kann dich verstehen und freue mich sehr, dass es dir durch Unterstützung besser geht. Ich weiß, dass es ein langer Weg und schwieriger Weg ist, aber du schaffst das ganz sicher. Und tausendmal danke für deine Hilfe, durch die es mir schon viel besser geht.
    Ich bin froh, dass ich dich habe! <3
    Liebste Grüße
    Tessa

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  2. Hallo Lisa,

    wow, was für eine tolle Aktion. Schade, dass ich erst jetzt davon erfahren habe, nachdem sie bereits vorbei ist. Ich hätte mit meinem Blog sehr gerne auch mitgemacht. Ich kann dich gut verstehen. Ich leide selbst seit etwa 10 Jahren an einer psychischen Erkrankung, die mein Leben stark beeinflusst.

    Ich finde es sehr mutig von dir, dass du hier so offen Stellung beziehst und von deiner Krankheit berichtest. Es gibt immer noch viel zu viel Unklarheit und Stigma über psychische Erkrankungen und das ist sehr schade.

    Ich werde mir auf jeden Fall auch noch deine anderen Posts zur Mental Health Week durchlesen. Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft und dass du deine psychischen Probleme irgendwann überstehst. Es gibt ja heute zum Glück sehr gute Möglichkeiten, Therapien und Medikamente und die Heilungschancen stehen im Allgemeinen nicht schlecht.

    Ganz liebe Grüße,
    M.

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