[Rezension] Crackrauchende Hühner

Lisa Hess | Freitag, 16. Juni 2017
Titel: Crackrauchende Hühner
Autor: Leveret Pale
Verlag: /
Erschienen am 24. Februar 2017
336 Seiten
9, 99 € [D]
ISBN: 978-3-7412-8149-5

Klappentext: Romantik. Nihilismus. Drogen. Chaos. Kratom. Karl Marx beim Monopolyspielen. Zwei Hühner auf Crack. Der totale Wahnsinn. 
Der 17-jährige Schüler Nathan ist ein psychopathischer Freak mit der exotischen Lieblingsdroge Kratom. Von den meisten seiner Klassenkameraden wird er gemieden, so auch von Daniel, der sogar Angst vor Nathan hat. Doch bei der Berlinklassenfahrt am Ende der zehnten Klasse kommen Nathan und Daniel in dasselbe Hotelzimmer und damit wird die Konfrontation unausweichlich. Bald schlagen Daniels Ängste vor Nathan jedoch in eine morbide Faszination für den exzentrischen Außenseiter, dem eine prophetische Macht innezuwohnen scheint, um. Je länger Daniel aber Nathan folgt, desto mehr beginnt die Realität zu zerbröckeln. Bald vollführt Nathan biblische Wunder und hält nihilistische Predigten. Es tauchen sonderbare Gestalten auf, wie Schwarze in Einhornkostümen, sprechende, cracksüchtige Hühner und suizidale Zombies. Zunehmend beginnen Traum und Realität immer mehr ineinander zu kollabieren. Bald steht Daniel vor der Frage:
Was ist real? Und wen interessiert das eigentlich?

Cover: Schlicht, aber trotzdem passend. Obwohl das Cover auf den ersten Blick relativ einfach wirkt, fällt es doch irgendwie auf.

Meine Meinung: Vor einiger Zeit habe ich dieses Buch auf rezi-suche.de entdeckt und der liebe Leveret Pale hat mir sofort ein Exemplar davon zugeschickt. Dafür noch mal vielen Dank! Leider hat es mit dem Lesen ein wenig gedauert, jetzt kann ich aber endlich die Rezension posten.
Erstmal eine kleine Warnung: Wer bei "Crackrauchende Hühner" einen "normalen" Roman erwartet, ist hier leider falsch. Ich weiß selbst nicht so ganz, wie ich dieses Buch beschreiben soll, aber "normal" ist dafür ganz sicher das falsche Wort... ;-)
Der Schreibstil ist anfangs noch relativ leicht und entspannt zu lesen, später wird es aber immer philosophischer und man muss sich etwas mehr konzentrieren.
Oft ist es das Buch sehr lustig und vor allem sehr, sehr verrückt, aber an manchen Stellen auch ein bisschen gruselig.
Größtenteils wird das Buch aus Daniels Sicht erzählt, ab und zu findet man aber auch "Zeitungsartikel", Träume und Visionen, die das Buch zwar ein bisschen verwirrend, dafür aber auch sehr interessant gestalten.
Am Anfang glaubt man, dass es sich bei "Crackrauchende Hühner" einfach nur um ein Jugendbuch handelt, doch dieser Eindruck ändert sich schnell. Im Verlauf des Buches wird die Handlung immer chaotischer, unwirklicher und auch unheimlicher, was natürlich sehr gut zum Drogen-Thema passt.
Das Ende ist einerseits unerwartet, andererseits hätte ich mir aber auch kein besseres vorstellen können.
Insgesamt war dieser Roman also nicht nur ziemlich verrückt und lustig, sondern auch aufrüttelnd, zum Nachdenken anregend und erfrischend anders. Leider waren gerade die verworrenen Träume und die philosophischeren Teile ein wenig anstrengend zu lesen, doch es lohnt sich trotzdem, bis zum Ende durchzuhalten, denn dieses Buch werdet ihr so schnell nicht vergessen ;-)

Fazit: Anders als alles, was ich je gelesen habe. Chaotisch, verrückt, philosophisch, lustig und wahnsinnig genial.
4 von 5 Sternen!


(Text-, Cover- und Zitatrechte: Leveret Pale)

Vielen Dank an Leveret Pale für das Rezensionsexemplar!

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